Archive

Tag Archives: economy

Most popular web-based businesses are deflationary. They substitute expensive forms of content consumption for cheap ones, they make it logistically easier to deliver discounts to people who will respond to them, and they create numerous financially cheap forms of social status. As more activity moves on to the web, the main effect on the economy will be broadly lower prices and less need for employment.

via The Growth of the Internet and the Happy Recession.

There are three possibilities: (1) banks created it, (2) their activities caused the economy to grow faster than it otherwise would have, and they reaped the benefit of that extra growth, or (3) it was somehow skimmed away from the rest of society. Possibility #1 is unlikely: banks certainly created mountains of debt, but mountains of money would show in skyrocketing monetary aggregates and high inflation, neither of which happened. Possibility #2 also seems unlikely. There’s simply no evidence, either in comparisons over time or comparisons between countries, that economic growth over the past two or three decades has benefited from financial rocket science. So that leaves possibility #3: somehow, all this financial engineering was based on skimming money away from everyone else.

Gute Frage. Und der Versuch einer Antwort. Wer sich für die Materie interessiert sollte unbedingt auch die Kommentare unterm Original durchackern.

Am Freitag sorgte eine Studie des Forschungsbereichs Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich für Aufruhr in der Redaktion, die meine Brötchen zahlt. Die Erkenntnisse zur Qualität der Schweizer Medienlandschaft von Professor Imhof sind nämlich derart ernüchternd, dass sich selbst die Tagesschau veranlasst sah, einen Bericht dazu zu bringen (wohl nicht zuletzt, weil sie über den grünen Klee gelobt wird). Und interviewte deshalb Hansi Voigt, den Chefredakteur von 20 Minuten Online. Obwohl dieser im Beitrag nur ein paar Sekunden zu Wort kommt, wird klar, dass er mit Professor Imhofs Erkenntnissen gar nicht einverstanden ist. Diese Meinung teile ich. Was genau steht nun in der Studie? Um Fehler zu vermeiden, lassen wir das “Qualitätsmedium” NZZ zusammenfassen:

  • In allen Mediengattungen wächst das Angebot an Klatsch bzw. an sogenannten Softnews, welche die klassischen publizistischen Kernthemen Politik, Wirtschaft und Kultur zurückdrängen.
  • Die Nachhaltigkeit der Berichterstattung lässt nach. Episodische, auf Personen, Konflikte und Katastrophen zugespitzte Informationen nehmen zu.
  • Obwohl die Welt zusammenwächst, schotten sich die Medien ab, indem sie die Auslandberichterstattung stark abbauten. «Die grossartige Tradition der schweizerischen Auslandberichterstattung bricht ein», notiert das Jahrbuch.
  • Die Wirtschaftsinformation bleibt mangelhaft.
  • Der Erfolg der Gratiszeitungen und die Gratisangebote im Internet senkten unter den Konsumenten das Bewusstsein dafür, dass Informationsqualität etwas kostet.
  • Der Einbruch bei den Werbeeinnahmen erschwert die Finanzierung der redaktionellen Leistungen.
  • Die Bedeutung derjenigen Medientitel, die wenig zur Informationsqualität beitragen, wird weiter wachsen.
  • Der recherchierende, einordnende Journalismus gerät weiter unter Druck.
  • Auch die Presse orientiert sich vermehrt an den Unterhaltungsbedürfnissen der Medienkonsumenten «statt an Informationsbedürfnissen der Staatsbürger».

Das alles führe nach Ansicht der Forschergruppe dazu, dass nichts weniger als die Schweizerische Demokratie höchstselbst in Gefahr sei. Ich möchte überhaupt nicht ausschliessen, dass an diesem Sachverhalt etwas dran ist. Aber die Schuld den Gratiszeitungen und kostenlosen Online-Angeboten in die Schuhe zu schieben, halte ich für Nonsense. Und zwar weil

  • nicht die Gratiszeitungen verantwortlich dafür sind, “das Bewusstsein dafür, dass Informationsqualität etwas kostet” zu senken, sondern das Internet an sich. Hier werden zwei Dinge in einen Topf geworfen, die insofern miteinander zu tun haben, als dass das eine (Gratiszeitungen) ein Übergangsphänomen zum anderen (Netzmedien) ist.
     
  • gewisse Aussagen der Studie schlichtweg falsch sind. Zum Beispiel diese: “Hintergrundinformationen sind im Onlinesegment Mangelware, und der Aktualitätsdruck in Form des 24/7-Journalismus prägt die journalistischen Produktionsroutinen so stark, dass längerfristige politische und wirtschaftliche Zusammenhänge kaum reflektiert werden.” Das ist langweiliges Wiederkäuen alter Klischees. Oder welcher Printtitel gibt mir in der Zeitung ähnlich umfassende Hintergrundinfos zu einem bestimmten Thema, wie zum Beispiel ein solches Dossier? Ganz zu schweigen von Google.

  • die Sparte (gedruckte) Qualitätsmedien sich vor allem darin hervortut, fürs Gelesenwerden Geld zu verlangen. Das schliesst aber eine breite Leserschicht aus. Nämlich all diejenigen, für die das gedruckte Wort ohnehin keinen monetären Wert hat. Der beklagte Niedergang der Demokratie ist so gesehen ein Niedergang des Demokratie-Monopols der (Informations-)Eliten.

  • Online-Medien schonungslos aufzeigen, was die Masse interessiert und ihr Angebot aus wirtschaftlichen Zwängen danach ausrichten. Das ist oft nicht schön. Aber ein Fact of Life, der sich nicht ändern lässt, indem man Softnews mit hehren Absichten links liegen lässt. Denn so wird man einfach irrelevant. Die Kunst besteht darin, das eine mit dem anderen sinnvoll zu verknüpfen.

  • eine umfassende und vor allem nachhaltige Berichterstattung zu “wichtigen” staatspolitischen Themen beim Tagi oder bei der BaZ genauso wenig festzustellen ist, wie bei 20min.ch oder blick.ch. Die Print-Ausgabe der NZZ lese ich nicht regelmässig, weshalb ich dazu keine fundierte Aussage machen kann. Aber sicher ist: Mit der Gesamtheit der Angebote im Netz zu einem gegebenen Thema kann auch sie nicht mithalten.

  • wir damit beim Kern meiner Argumentation wären: Im Netz muss nicht jedes Medium alles abdecken. Der oft zitierte Jarvis-Satz “do what you do best, link to the rest” macht in einer Kommunikationswelt mit völlig neuen Regeln eben schon Sinn. Die abgeschlossene Betrachtung einzelner Websites hingegen immer weniger. Es geht um den Informationsgehalt des Gesamtsystems Internet, aus dem man sich je nach Wissensdurst, Geschmack und intellektuellem Anspruch sein Informationsbouquet selbst zusammen stellen kann.

Es gibt sehr viele andere, vielleicht auch bessere Gründe, die Aussagen Professor Imhofs anzuzweifeln. Ich bin zuversichtlich, dass sie alle gefunden werden. Und zwar im von ihm verteufelten, frei zugänglichen Internet. Im Dialog zwischen Medien, Bloggern, Kommentatoren und Twitterern. Dass bei diesem Prozess auch eine Menge Blödsinn produziert wird, versteht sich von selbst. Aber so ist der demokratische Prozess nun einmal – eine Wiederspiegelung der Gesellschaft mit all ihren Dummheiten, unterschiedlichen Ideen und Wahrnehmungen. Es wird allerhöchste Zeit, dass das von den wissenschaftlichen Eliten auch bemerkt – und geschätzt – wird. Bevor sich der (medienwissenschaftliche) Universitäts-Betrieb gänzlich von der Realität verabschiedet.

 

Update: Kollega Wampfler hat in seinem Blog eine Replik verfasst.

Update 2: Herr Imhof hat beim Medienspiegel seine Sicht der Dinge als Diskussionsbeitrag publiziert. Vor allem auch die Kommentare sind lesenswert.


Das Wirtschaftswachstum, das muss man nämlich wissen, ist auf Urlaub – an einem exotischen Ort ohne Twitter und Mobilfunk, daher kann man auch nicht mal schnell bei ihm anrufen und sagen: “Wirtschaftswachstum, du musst ganz schnell nach Hause kommen; seit du weg bist, geht’s hier drunter und drüber.” Aber wer weiß: Vielleicht hat das Wirtschaftswachstum ja auch ganz dolle Heimweh und kommt deshalb schon bald wieder. Dann wird alles gut. Denn wie auch ein weltenbummlerisches Wirtschaftswachstum weiß: Zuhause ist es doch am schönsten!

schlauer typ, dieser weissgarnix. leicht beängsteigend, was unsere wirtschaftliche zukunft anbelangt (zumindest, wenn man den rest des artikels liest). aber wirklich schlau.

Built in a breakneck five years, Kangbashi is a state-of-the-art city full of architectural marvels and sculpture gardens. There’s just one thing missing: people. The city, built by the government and funded with coal money, its chief industries energy and carmaking, has been mostly vacant for as long as it has been complete, except for the massive municipal headquarters. It’s a grand canyon of empty monoliths. In a paradox only possible in today’s economic system, Kangbashi manages to be both a boom town and a ghost town at the same time.

 

The bottom line is that banks like Goldman have learned absolutely nothing from the global economic meltdown. In fact, they’re back conniving and playing speculative long shots in force — only this time with the full financial support of the U.S. government. In the process, they’re rapidly re-creating the conditions for another crash, with the same actors once again playing the same crazy games of financial chicken with the same toxic assets as before.

ich bin ja eigentlich kein pessimist. aber was bleibt einem bei solchen nachrichten anderes übrig, als schwarz zu sehen?

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.