moar podcast power!

wenn ich mit den iphone-besitzern in meinem freundeskreis rede, dann hab ich das gefühl, dass die meisten von ihnen das potential dieses geräts bei weitem nicht ausnutzen. dem möchte ich als alter altruist mit diesem post ein kleines bisschen entgegen wirken. und zwar indem ich sage: hört mehr podcasts! vor allem, wenn ihr pendler seid.

das iphone (ebenso wie der ipod touch) bietet nämlich die ganz hervorragende möglichkeit, podcasts via wlan aufs gerät zu laden. das ist insbesondere für leute wie mich schick, die morgens keine zeit haben, an den compi zu sitzen, telefon anzuschliessen und frische sachen drauf zu laden. weil sie lieber 5 minuten länger im bett bleiben.

meistens aktiviere ich den download frischer episoden meiner bevorzugten shows vor dem duschen und gehe dann mit genug frischem sound-material aus dem haus, dass mir den ganzen tag nicht langweilig wird.

meine favoriten-liste sieht dabei so aus:

– npr planet money (englisch)
hervorragend gemachter wirtschafts-podcast. der gelungene versuch, die business-welt für jedermann verständlich zu machen.

– resident advisor podcast (universal love)
wöchentlich frische mixes von bekannten elektronik-acts wie prins thomas, dj koze oder modeselektor.

– echo der zeit (deutsch)
das tägliche, ausführliche hintergrundmagazin von unserem geliebten staatsradio. für etwas zahl ich schliesslich billag. drs (genau so wie das sf) bieten übrigens fast alle ihre sendungen als podcast an. top!

– the economist (englisch)
auszüge aus dem heft und spezielle interviews. vorgelesen in edlem englisch. immer wieder tolle trouvaillen.

– this week in google (englisch)
geek-podcast über google, cloud-computing und die generelle zukunft des internet.

links hab ich grad keine zur hand, sitze nämlich im zug. einfach die suchfunktion im itunes (aufm iphone) verwenden.

jetzt werden einige meiner geschätzten leser sagen: hey, mit dem iphone kann ich ja meine geschätzte zeitung via internet lesen. und das stimmt auch. aber macht das mal im laufen auf der strasse. ich habs schon oft versucht. nicht so toll.

so, das war meine gute tat für heute. jetzt kann ich mit gutem gewissen ein paar kittens schlachten.

stuckrad-barre: “politiker tun mir leid”

“Da konnte man sich mit Romantik aufladen. Das war die Existenz, die ich anstrebte: nachts im cognacfleckigen Trenchcoat an einem Ausschank am Hauptbahnhof stehen, in der Hand eine Plastiktüte mit einem Hemd, einer Zahnbürste und einer Bibel – oder Hemingway.”

ja, der autor von “soloalbum”. aber da war doch noch was…

folgt facebook dem beispiel von myspace?

Is Facebook doomed to someday become an online ghost town, run by zombie users who never update their pages and packs of marketers picking at the corpses of social circles they once hoped to exploit?

hab mir vor ein paar wochen überlegt, dass die zahl der status-updates ganz ganz langsam abnimmt. und jetzt kommt die NYT mit dem artikel dazu.

liegt es vielleicht an der zunahme von lästigen event-spammern?

Das Magazin » Sind Zeitungen tot?

Das «Svenska Dagbladet» ist nicht nur eine aktuelle Tageszeitung, sondern es besteht auch aus zwei täglichen Magazinen, die der Zeitung beiliegen, das eine zu Themen aus der Wirtschaft, das andere zu solchen aus Kultur und Gesellschaft. Die Resonanz darauf ist dermassen gut, dass diese Perlen im Blatt weiter ausgebaut werden.

die baz sollte sich von diesen schweden inspirieren lassen.

rettet das kulturmagazin!

mein heutiger gastbeitrag bei 78s.ch

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Die Basler Zeitung schneidet sich ihr Filetstück aus dem Leib: Das Kulturmagazin. Ein fataler Entscheid.

Die Spatzen pfeifen es vom Dach: Das Kulturmagazin der Basler Zeitung, das rund 5 Jahre lang eine Beilage im Tabloid-Format war, soll wieder in die reguläre Zeitung integriert werden. Aus rein betriebswirtschaftlicher Perspektive ist diese Massnahme wohl sinnvoll.

Trotzdem ist der Entscheid falsch. Die BaZ stampft mit dieser Massnahme munter weiter in Richtung Dinosaurier-Friedhof. Denn genau dieses Kulturmagazin ist es, was eine regionale Tageszeitung wie die BaZ noch einigermassen lesenswert macht. Auslandsberichterstattung, Wirtschaftsnews, Sport – das alles kriege ich im Netz aktueller, ausführlicher, besser gemacht, und vor allem gratis.

Der Lokalbezug der Kultur aber, der sorgt für Gesprächsstoff. Der schafft Gemeinschaft. Er gibt Impulse, stösst Debatten an. Dafür bin ich als Leser gerne bereit, etwas zu bezahlen. Zudem ist ein Kulturteil, der sich eher an der Popkultur denn an feuilletonistischem Dünkel orientiert, mit ziemlicher Sicherheit derjenige Teil der Zeitung, der noch am ehesten ein junges Publikum anspricht.

Wie man aus gut informierten Kreisen vernimmt, liegt die positive Wahrnehmung des (mehrfach preisgekrönten) Kulturmagazins bei sagenhaften 40%. Bei anderen Zeitungen im deutschsprachigen Raum wird das Feuilleton im Schnitt von lausigen 16% der Leserschaft überhaupt wahrgenommen. Die Basler Zeitung hat sich hier ein echtes Alleinstellungsmerkmal geschaffen, eines der letzten, das ihr geblieben ist. Ausgerechnet dieses will sie aufgeben.

Als kulturell interessierter Bewohner dieser Stadt muss ich meine Stimme erheben gegen diesen Unfug. Denn auch wenn es zwei, drei Blogs gibt, die sich hin und wieder zu Party und Popkultur in Basel äussern, können sie die zunehmende Erosion der kulturellen Berichterstattung nur in begrenztem Masse kompensieren. Denn ein Blog beackert immer nur einen kleinen Ausschnitt davon, was geht. Und niemand macht sich die Mühe, weit über den eigenen Tellerrand hinauszublicken, wenn es nicht so kompakt in einem schön aufbereiteten Paket daher kommt, wie hier.

Ein Regierungsrat wird sich wohl nie auf eine Seite wie 78s, infamy oder diemagazin verirren, um sich über das kulturelle Geschehen seiner Stadt zu informieren. Er wird aber sehr wohl das Kulturmagazin durchblättern. Und wenn dort zwischen einer Theaterkritik und einem Wein-Geheimtip ein Bericht über eine Punkband steht, dann erhält letztere in seinen Augen ein Gewicht – und bei der nächsten Parlamentsabstimmung wird er sich zwei mal überlegen, ob er die Subvention der “Jugendkultur” streichen will.

Und jetzt kommt ihr ins Spiel: Die Leserschaft. Denn eure Stimme zählt viel mehr, als ihr annehmt. Bei rund 168′000 Lesern fällt es sehr wohl ins Gewicht, wenn ein paar hundert davon laut protestieren. Vor allem, wenn es diejenigen sind, welche dieser Zeitung noch länger als ein paar Jahre erhalten bleiben. Deswegen: Schreibt doch eine Mail an kommunikation@baz.ch und sagt ihnen, weshalb es eine wirklich schlechte Idee wäre, den Kulturteil der BaZ zu kastrieren. Vielleicht weiss Herr Hagemann ja, wie man ein Mailprogramm bedient, liest eure Zuschriften und denkt noch einmal über die ganze Sache nach.