Konrad Hummler: «Wenn wir in neue Plattformen investieren, müssen wir in Kauf nehmen, dass das in einem Flop enden kann.»

Sie sagen, die NZZ-Gruppe habe die Kapitalbasis, um investieren zu können. Wofür wollen Sie Geld ausgeben?
Im Wesentlichen müssen wir das tun, wofür wir einstehen. Wir müssen unser Unternehmen gestalten. Wenn wir investieren, geht es um Investitionen in diese Richtung. Wir müssen versuchen, unsere Grundlage – den Qualitätsjournalismus – so auszubauen, dass wir ihn auch auf den künftigen Plattformen gewinnbringend betreiben können.
Was heisst das konkret?
Wir bewegen uns in den Online-Märkten in einem unsicheren Umfeld, die Entwicklungen sind schwer abzuschätzen. Wenn wir in neue Plattformen investieren, müssen wir in Kauf nehmen, dass das in einem Flop enden kann. Wir müssen wirtschaftlich und mental stark genug sein, das auszuhalten. Es geht aber nicht nur um neue Plattformen, sondern auch darum, daran zu arbeiten, woran wir glauben: an die Kreation guter Inhalte.
Tamedia und Ringier haben bereits stark in die neuen Märkte investiert. Ringier engagiert sich im transaktionsorientierten Bereich. Wollen Sie da auch hin?
Sie sprechen das sogenannte dritte Standbein an, das nicht mehr direkt mit der Medienproduktion verbunden ist. Ja, diese Möglichkeit sehe ich. Aber: Unser Geschäftsmodell darf nicht allzu komplex werden. Zu hohe Komplexität ist brandgefährlich.
via nzz.ch

Mein oberster Chef im Interview. Gut zu sehen, dass er das Wesen von Experimenten erkannt hat.

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