Endlich: Eine offizielle Replik auf Imhof, die etwas weiter gedacht ist

Es geht hier nicht darum zu verneinen, dass der Umbruch in der Medienwelt teilweise gefährliche Tendenzen mit sich bringt. Copy-Paste-Berichterstattung, intransparente Formen der Finanzierung – und, und, und. Auch geht es mir nicht darum zu behaupten, in den Online-Medien stehe nach fünf Jahren Breitbandanschluss alles zum Besten und die Brüche in der Gesamtbranche könnten ohne Weiteres kompensiert werden. Doch Online-News-Portale müssen – im Gegensatz etwa zum Privatfernsehen – nicht laufend noch grösseren Schwachsinn produzieren, um auf Quoten zu kommen. Dafür ist das Angebot an Schwachsinn im Internet schlicht zu gross. Gefragt ist besser werdender Journalismus. Denn es ist nicht zu übersehen, dass Eigenleistungen, Relevanz und Aktualität der Berichterstattung belohnt werden – mit wachsender Aufmerksamkeit der Leser.

via 20 Minuten Online – Falschaussage mit Qualitätsanspruch – News.

20min.ch-Chef Hansi Voigt mit der bisher durchdachtesten offiziellen Replik auf Kurt Imhofs Qualitätsklage. Wie sein Konzernkollege Peter Wälty reitet er lange auf dem ominösen «Rechenfehler» der Forscher herum und leitet daraus ab, die ganze Studie sei nichtig. Das halte ich für zu kurz gegriffen. Aber er ist der bisher einzige, der trotz aller Probleme auf das zukünftige Potential von Online-News verweist, wo Qualität zu einem echten Wettbewerbsvorteil wird, der durch sinnvollen Einbezug der Leser noch weiter verstärkt werden kann. Deshalb: Daumen hoch!

Disclaimer: Bis Frühling 2011 war Hansi mein Chef bei 20min.ch.

Update: Es gibt leider keinen Permalink zum Eintrag, aber hier hat Kurt Imhof eine scharfe Replik auf die voigtsche Replik geschrieben.

One thought on “Endlich: Eine offizielle Replik auf Imhof, die etwas weiter gedacht ist

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