Wolfgang Blau brilliert mit unangenehmen Wahrheiten am MAZ Mediapodium

“Es gehört zum Wesen von Revolutionen, dass ein Teil der Elite geht lieber untergeht, als sich zu verändern.”

Wolfgang Blau beschreibt den Wandel, den der Journalismus aktuell durchmacht, als echte Revolution. Eine Revolution, die weh tut. Eine Revolution, die fordert und überfordert. Vor allem aber eine Revolution mit ungewissem Ausgang: “Das Netz schafft für uns alle eine neue Ordnung. Ob diese besser oder schlechter sein wird als die jetzige, das wissen wir noch nicht.”

Die schwierigste und wichtigste Aufgabe, die Medienmacher haben: Sie müssen den Kulturwandel mitmachen und gleichzeitig steuern. Laut Blau bewegt sich die Branche nicht schnell genug, sie habe viel zu viel Zeit mit nostalgischen Rückblicken verschwendet.

Journalisten täten sich so schwer mit der Veränderung, weil einst so sicher geglaubte Grenzen verschwimmen. Insbesondere zwischen Profis und Amateuren. Es geht um nichts weniger als die Identität des Journalisten, die Rolle und das Selbstverständnis, mit der er arbeitet.

Diese vorwärts gerichteten Gedanken äussert nicht irgendein hoffnungsloser Netz-Utopist, sondern Wolfgang Blau, Chefredaktor von ZEIT Online. Und das an einem Podium mit dem pessimistischen Titel: ” Wozu noch Journalismus?” That’s the spirit! Hoffentlich haben es seine Gedanken bis in die Köpfe des Publikums geschafft.

Kollege Bauer hat beim geschlossenen Anlass übrigens mitgebloggt und so zumindest einen Hauch Zukunft ins KKL gebracht. Ebenfalls lesenswert.

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