töten mobile apps das klassische www?

gestern las ich eine kolumne von online-pr-visionär steve rubel, in der er die these aufstellt, dass das web, so wie wir es kennen, in fünf jahren geschichte ist. als gründe für diese entwicklung führt er in erster linie die massive adoption von mobile devices an, die aufgrund ihrer hardware die internetnutzung via apps massiv begünstigen – zu lasten des klassischen allzweckwerkzeugs browser.

kein zweifel: (mobile) apps – also programme mit einem einzigen, klar definierten verwendungszweck- haben mit iphone und konsorten einen unglaublichen hype erfahren. aber ob diese begeisterung von dauer ist, würde ich bezweifeln. schliesslich bietet das offene netz einfach zu viele vorteile gegenüber einer geschlossenen app, die zudem für jede einzelne plattform separat neu geschrieben werden muss. html5 ist hier das zauberwort: es gibt mittlerweile wirklich beeindruckende beispiele, was mit dem neuen webstandard möglich ist. sports illustrated zum beispiel hat auf einer google konferenz gezeigt, dass alles, was sich klassische magazine von proprietären ipad-apps versprochen haben, auch via html realisiert werden kann. und das nicht in einer in sich geschlossenen umgebung, sondern im world wide web – sichtbar für jede suchmaschine und damit auch für ein um grössenordnungen breiteres publikum.

es macht einfach mehr sinn für content-ersteller, ihre inhalte für plattformen mit einem möglichst grossen publikumspotential zu entwickeln. das haben mittlerweile auch iphone-entwickler erkannt: gerade letzte woche erzählte mir einer von ihnen, dass der trend im bereich content-apps klar zu hybridlösungen geht, bei denen nur noch die programmhülle für das jeweilige gerät programmiert wird. alle dynamischen inhalte aber, die werden via html eingespiesen. und sind damit unabhängig von der jeweiligen plattform. konsequent weitergedacht würde die app so einfach zu einer anderen (versteckten) form der bezahlschranke. aus sicht des content-erstellers vielleicht wünschenswert, aber nicht sehr kundenfreundlich.

google setzt mit seinem bald erwarteten betriebssystem chrome os voll auf den browser. und in diesem punkt vertraue ich auf die weitsicht des unternehmens aus mountain view. die alternative – eine fragmentierte, mit bezahlschranken verstellte app-welt – wär einfach zu übel.

p.s.: das ist einer meiner ersten längeren texte via ipad-tastatur. funktioniert eigentlich ganz gut. ein riesiger mangel beim bloggen ist aber festzuhalten: es gibt keine einfach möglichkeit, den text on the fly mit den entsprechenden links zu den quellen zu versehen. und das finde ich grad extrem annoying. oder hab ich was übersehen? anywayz: die werden nachgeliefert, wenn ich dann an nem richtigen compi sitze.

update: links nachträglich eingefügt. einmal mehr bewusst geworden, wie anders ich im netz lese und schreibe, als auf papier.

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