ok, facebook hatte ein massives ass im ärmel

gestern nacht (europäische zeit) verkündete mark zuckerberg an der facebook-entwicklerkonferenz f8 nichts weniger, als die strategie den grössten konkurrenten google im kampf um die vorherrschaft im web zu besiegen. auch wenn der ceo dabei eine nicht ganz souveräne figur machte: ich glaube nicht, dass er den mund zu voll nahm. denn mit den neu vorgestellten social plugins und dem dazu gehörigen open graph schafft facebook endgültig den sprung von der eigenen domain hinaus auf jede relevante website – facebook connect auf steroiden. mit nur einer zeile code – so das versprechen – lässt sich der “like”/”gefällt mir”-button auf jeder seite implementieren. sie wird mit minimalem aufwand social. keine registrierung, kein signup, rein gar nichts, was den surfer davon abhält, seine empfehlungen aus dem netz in seinen newsfeed zu spiegeln und gleichzeitig eine markierung zu hinterlassen, die allen nachfolgenden besuchern aus dem freundeskreis zeigt “ich war hier, ich find das gut”. und so die facebook-datenspeicher über das nutzerverhalten seiner user explodieren zu lassen. eine goldgrube fürs data mining.

vor einigen monaten hatte ich eine kleine twitter-diskussion mit @david_bauer über das thema google vs. facebook. mein hauptargument für google war damals, dass sich die suchmaschine via adwords, analytics und zahllosen anderen website-plugins im ganzen netz breit gemacht hatte. genau diesen schritt holt jetzt facebook nach, setzt aber noch zehn oben drauf.

ich glaube, ich muss meine meinung ändern. vielleicht bringt facebook google doch noch ins wanken.

das einzige, was zuckerberg und seine crew jetzt noch stoppen könnte, sind bedenken zur privatsphäre. aber da sich diese ohnehin vor unseren augen auflöst,sehe ich schwarz für die konkurrenz.

p.s.: direkt hier unten ist genauso ein “like”-button. zum ausprobieren.

update: bei carta gibts viel ausführlichere gedanken zu den ambitionen von facebook. lesenswert.

3 thoughts on “ok, facebook hatte ein massives ass im ärmel

  1. Man kann das zum Glück in den Privacy-Einstellungen abschalten. Klar: Dann “profitiert” man nicht von den Seiten, die sich dann angeblich automatisch den eigenen Interessen anpassen. Nur: Vielleicht will ich das gar nicht. Vielleicht will ich – wie bis anhin – Seiten so vorfinden, wie sie von irgendjemandem (oder einfach situationsbedingt) “gedacht” sind. Und selbst finden. Und mich weiterhin darauf verlassen, dass mein soziales Netzwerk – sprich, die Freunde, mit denen ich verknüpft bin (Facebook) und die Menschen und Produkte, die mich interessieren (Twitter) schon das liefern, was mich interessiert.

  2. die überwältigende mehrheit der user hat aber keine ahnung von den privacy-einstellungen oder es ist ihnen egal. und freut sich einfach über die neuen services. sie sind es, die facebook zum erfolg verhelfen werden.

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