Die Quora-Explosion

Kein Service sorgt zurzeit für so viel Gesprächsstoff in einschlägigen Kreisen, wie das Frage-und-Antwort-Netzwerk Quora. Dabei ist die Site bereits seit vergangenem Juni aus der geschlossenen Beta-Phase, also für jedermann frei zugänglich (offensichtlich braucht man trotzdem noch Invitations, Interessenten bitte via Twitter melden). Aber seitdem einflussreiche Stimmen wie TechCrunch oder FastCompany verstärkt darüber berichten, zeichnet sich eine regelrechte Nutzungs-Explosion ab. Das zeigt sich nicht nur in einer rasch wachsenden Zahl neuer Frage/Antwort-Kombinationen, sondern auch darin, dass im Moment nach Monaten als Solo-Player täglich neue Freunde in meiner Follower-Liste auftauchen. Ich selber habe meinen Account nach der Registrierung schnell in der gigantischen Kiste auszucheckender Services verstaut. Dabei hatte ich bei meinen sporadischen Besuchen stets das Gefühl, für mich relevante Inhalte angezeigt zu bekommen, und zwar solche, die ich so nicht erwartet hätte.

Das scheint mir denn auch die grosse Stärke von Quora zu sein und der Grund dafür, dass 2011 das Jahr dieser Site werden könnte: Im Gegensatz zu herkömmlichen Social Networks wird hier der Social Graph mit einem Interest Graph verknüpft, sodass der User Inhalts-Empfehlungen aufgrund zweier Vektoren erhält, was die generelle Treffergenauigkeit dramatisch erhöht. In Zeiten überbordender Twitter-Timelines und nicht bewältigbarer Unread-Counts im Feedreader ist das Gold wert. Seit Jahren ruft die Netzgemeinde nach effizienter Content-Kuration und Quora scheint mir mit dieser Innovation (gepaart mit seinem minimal-schicken Design) einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht zu haben.

Erstaunlich ist dabei, dass die Grundidee keine neue ist. Dienste wie Yahoo Answers oder gutefrage.net beackern das Frage/Antwort-Feld seit langem mehr oder weniger erfolgreich. Und Facebook steht seit einer Weile mit einem ähnlichen Produkt am Start. Aber wie die erfolgreichsten Unternehmen der letzten Jahre gezeigt haben, steht und fällt der Erfolg von Startups heutzutage mit ihrer Community. Und hier punktet Quora massiv: Das mit Ex-Facebookern, -Googlern und -Twitterern besetzte Unternehmen hat die hellsten Köpfe des Silicon Valley hinter sich geschart und profitiert von deren Begeisterung und Wissen gleichermassen. Ersteres wird nämlich via (Micro-)Blogs in die Welt hinaus getragen, letzteres sorgt dafür, dass die Inhalte auf Quora selbst von einer erstaunlichen Qualität sind.

Bleibt abzuwarten, ob die Filtermechanismen des Dienstes einem möglichen Mainstream-Ansturm gewachsen sind. Zu hoffen wärs, Quora hat mir in den letzten Tagen nämlich so einige Perlen auf den Bildschirm gespült.

Wer jetzt Lust hat, das ganze selbst auszuprobieren, findet hier und hier ein paar gute Tips zum Einstieg.

One thought on “Die Quora-Explosion

  1. Wer mal vor der Anmeldung hinter die Kulissen schauen möchte, hier gibt es ein kurzes Video. Einladungen inklusive 😉

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