Die Lena-Manie unter der akademischen Lupe

Denn das war doch das Versprechen, das mit dieser Musik einmal einherging: Jung sein. Lässig sein. Feiern und Spaß haben. Und die Chuzpe zu sagen: Ich brauche eure Lehren nicht, weder Gesangsstudium, noch Musikschule, noch Tanzdrill. Ihr habt mir nichts beizubringen. Eine Gitarre und drei Akkorde, das reicht – sofern man jung ist, und schön, und talentiert, und ohne Angst. Und jenes Charisma besitzt, das die Zuhörer schon beim ersten Chorus auf die Knie fallen und mitsingen lässt: We learned more from a three-minute record baby than we ever learned in school.

ein riesen aufsatz, den stefan niggemeier da in irgendeinem forum ausgegraben hat. grossartig, wie d. lauer den gegensatz zwischen pop und casting-shows beschreibt. selten so wahre worte zu der thematik gelesen.

3 thoughts on “Die Lena-Manie unter der akademischen Lupe

  1. Nunja, was der Vergleich mit herkömmlichen Castingshows angeht, da gebe ich ihm Recht. Allerdings glaube ich schon, dass LML in eine moderne Form der HTE passt. Sie verkörpert schliesslich den Wunsch nach Grenzüberschreitung, die dem (liberalen) Bürgertum ja auch implizit innewohnt.Darüber hinaus ist sie nur zum Star geworden, weil sie gewonnen hat. Das wiederum hat damit zu tun, dass die Deutschen, egal welcher Schicht, sich auf Teufel komm raus an alles klammern, das ihnen hilft, sich als Nation zu verstehen, die “wieder wer ist”. Ob das jetzt mit historischen Traditionslinien (Auschwitz, deutsche Teilung) zu tun hat, sei dahingestellt, ich glaube, dass es da einen Zusammenhang gibt.Die Deutschen durften so lange nicht ihren national(istisch)en Gefühlen freien Lauf lassen, so nutzen sie jetzt jede Gelegenheit (Fußball-WM/-EM, Handball-WM, ESC, usw.) dafür, sich völkisch zu fühlen.Aber Lena ist süß.

  2. im ersten punkt geb ich dir absolut recht. allerdings glaube ich, dass sie auch ohne ESC-sieg zum star geworden wäre, einfach nicht in dem massiven ausmass. denn, ja, sie ist einfach charmant.

  3. Sie hätte halt nicht diese staatstragende Funktion erhalten, die sie jetzt inne hat. Aber ich wage trotzdem zu sagen: Beim nächsten, allerspätestens übernächsten Album interessiert sich keine Sau mehr für sie.

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