Thom Nagy – Stoked

Ziemlich grossartig, dieses Dropmark. Seitdem ich vor etwas mehr als einer Woche via Swissmiss darüber gestolpert bin, wächst meine Begeisterung für den Service der New Yorker Design-Agentur Oak von Tag zu Tag. Während mich Pinterest trotz unfassbarem Hype irgendwie kalt lässt, ist die Arbeit mit dieser Hybrid-WebApp, die visuelles Bookmarking mit der Cloud-Storage-Funktionalität von Dropbox zusammen bringt, ein Traum: Drag und Drop im Browser, tolle Kollaborations-Möglichkeiten und ein Design, das ich in seiner simplen Eleganz beinahe perfekt nennen würde. Ja, ich bin stoked.

Ein Gefühl, das ich sonst eher mit Musik assoziiere. Zum Beispiel derjenigen, die ich in meinem neuen Mix zusammen gewürfelt habe. Wenig Beats, viel Pathos, grosse Melodien, der ganze Shebang. Wenn ihr aufs Cover da oben klickt, kommt ihr direkt auf eine Dropmark-Collection, in der ich gestern nacht beim ziellosen Flickr-Surfen ein paar Bilder zusammen gedragt und gedroppt habe. So schön ist das Design von Dropmark, dass ein Screenshot dieser Collection zum Cover des Mixes geworden ist. Falls euch ein Bild besonders gefällt, kommt ihr mit einem Klick auf den Pfeil rechts oben direkt auf den Flickr-Stream des entsprechenden Fotografen. Vernetzte Album-Art, sozusagen. Toll, dieses Internet.

English:

Since I stumbled over Dropmark a little more than a week ago, my enthusiasm for the service has grown by the minute. Oak, a New York based design studio, has created a gorgeous WebApp, that combines the visual bookmarking of Pinterest with the cloud storage functionality of Dropbox. It works like a dream: Browser based drag and drop, nice collaboration capabilities and a design that in its simple elegance is almost perfect. Yes, I’m stoked (and I’m not alone).

A feeling that I usually associate with music. For example, the songs I’ve thrown together in this new mix. Some beats, some melodies, a lot of emotions, the whole shebang. Click on the cover up there to get to a Dropmark collection, in which I dragged and dropped a few pictures together while aimlessly browsing Flickr. The design of Dropmark is so beautiful, that a screenshot of this collection has become the cover art for the mix. If you like a picture in particular, a click on the arrow at the top right brings you to the Flickr stream of the respective photographer. Networked album art, so to speak.

 

The bianca Story und das entscheidende Quantum Glück

Sprachlos. Hinterliessen mich The bianca Story am Samstag, nachdem sie ihr neues Album in der Wohngallerie SALTS mit einem nahezu perfekten Konzert getauft hatten. Ich hatte viel erwartet, Kollege Joliat hatte mir ein paar Tage zuvor das Werk vorgespielt, Videos gezeigt. Aber nach diesem Gig ist klar, was David Bauer schon am Sonntag schrieb: Die Diskussionen um diese Band sind beendet. Das sage ich als einer, der The bianca Story schon ziemlich lange journalistisch begleitet … und das nicht immer nur voller Begeisterung:

2009 wurde ich zu den Proben der Elektro-Oper “Chris Crocker” eingeladen, um auf die Premiere hin einen Artikel zu schreiben. Nach dem Durchlauf stand ich mit Elia und Carena Schlewitt draussen vor der Kasernentüre und musste mich erklären/verteidigen:

– “Ja, das Stück war durchaus… äh.. interessant. Ja, für ein Theaterpublikum sicher auch toll anzusehen. Aber nein, eher nicht Stoff für das Massenpublikum meiner Publikationsplattform 20 Minuten, tut mir leid. ”
– “Aber hey, auch die grosse Masse soll doch auf spannendes Theaterschaffen aufmerksam werden. Aber hey, das ist doch Popkultur, das passt zu euch. Aber hey, die Beteiligten haben sich grosse Mühe gegeben.”
– “Das ist unbestritten. Trotzdem: Ich finde nicht, dass 20 Minuten das richtige Gefäss für sowas ist. No offense. Ich geh dann mal.”

Seither war ich Beobachter aus der Ferne geblieben, hatte The bianca Story auf Konzerten gefeiert, ansonsten mehr oder weniger ignoriert. Und jetzt das: Ein – man kann es nicht anders sagen – monumentales Werk, dieses “Coming Home”. Selten wurde der ganz grosse Pop-Gestus derart perfekt mit künstlerischem Anspruch vereint. Eine Band die nicht nur schön anzusehen ist, sondern auch mit Leidenschaft auf der Bühne steht. Mit einer organisatorischen Infrastruktur im Rücken, wie sie im deutschsprachigen Raum kaum besser sein könnte (Irascible, Tim Renner, Motor Music).

Diese Band macht zur Zeit alles richtig. Was jetzt noch fehlt, ist das entscheidende Quantum Glück. Ich wünsche der Truppe von ganzem Herzen, dass es ihnen zufliegt.