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I like to say that creative people are confident in only one thing: their own doubt. I think there’s a huge lack of self-confidence in a creative person because, by nature, the definition of a creative person is someone who is trying to make something new. They know, if they are professional creatives, that the likelihood of doing that—making something new and significant—is hugely unlikely, so they build within that city of doubt. From doubt, they get to iterate and work extremely hard, hoping to find something new; it’s all about hope.

via The Great Discontent: John Maeda.

Ist zwar schon eine Weile her, soll hier aber der Vollständigkeit halber festgehalten werden: Die charmante Naomi Gregoris hat im Auftrag des SRF ein Gespräch mit mir geführt, in dem ich einmal mehr versucht habe, dem Reizthema «Buzzfeed» etwas mehr Tiefe zu verleihen, als das reflexartig heruntergebetete «Katzenbilder»-Meme erahnen lässt. Enjoy.

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Die Flut von Artikeln zum Start von watson unterstreicht eindrücklich, was Oswald Martin hier so eloquent schreibt: Viele Journalisten haben das Projekt mit grosser Spannung erwartet und wünschen der Crew Erfolg bei ihrem Unterfangen, mit neuen Ansätzen frischen Wind in eine zutiefst verunsicherte Branche zu bringen.

Naturgemäss konzentrierte man sich so kurz nach dem Start – fast alle Texte wurden in den ersten zwei Tagen nach dem Launch veröffentlicht – vor allem auf Äusserlichkeiten.

Auf lange Sicht wird aber ein anderer Faktor matchentscheidend sein: Der Inhalt. Und diesbezüglich hat die Redaktion gestern kurz aufscheinen lassen, wie sie die Konkurrenz abtrocknen kann.

Kurze Recap: Am Morgen nach der Verleihung der Grammys lupfte es Altjazzer Bruno Spoerri in den Kommentarspalten von srf.ch den Hut:

 

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Die SRF-Redaktion reagierte umgehend, gleiste ein Radio-Interview mit dem Produzenten auf und kündigte das via Twitter an. Ich gehe davon aus, dass Maurice Thiriet kein systematisches Kommentarspalten-Monitoring bei der Konkurrenz betreibt (obwohl ihm das durchaus zuzutrauen wäre), sehr wohl aber einen Twitterfeed auf seinem zweiten Schirm laufen hat. Dort sah er wohl den Hinweis auf die Geschichte, zählte 1 und 1 zusammen und nahm den Telefonhörer in die Hand. Das Resultat: Obwohl die Geschichte ihren Ursprung bei SRF hatte (wo irgendwann ein entsprechender Radiobeitrag ausgestrahlt wurde, den ich aber nirgendwo verlinkt sehe), war watson mit der Geschichte zwei entscheidende Stunden früher online und konnte so einen schönen Primeur verbuchen. Wenig später war die Geschichte bereits mit einem nett gemachten, via YouTube publizierten Video-Interview angereichert. Eine in Rekordzeit veröffentlichte, sich über den Tag weiter entwickelnde Story: Prozessjournalismus in Reinkultur.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen, gerade wenn es um den Erfolg in Social Media geht, wo ein Titel für sich alleine ausserhalb des Portal-Kontexts funktionieren muss: Während der SRF-Artikel mit einem relativ handzahmen Fragezeichen-Titel im Newsfeed wohl eher für ein lauwarmes meh sorgt,

 

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trägt man bei watson richtig dick auf

 

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und relativiert die Aussage erst im letzten Abschnitt des Textes mit einer alibimässigen Unschuldsvermutung.

Wie sich das auf die Leserzahlen niederschlägt, lässt sich von aussen nicht feststellen. Der Zuspruch via Social Media lässt aber den Schluss zu: Hat funktioniert. Während die watson-Story bislang 484 Reaktionen auf Facebook auslöste, sind es bei srf.ch gerade mal 5. Ein wenige Tage alter Newcomer übertrifft einen der grössten Player des Landes diesbezüglich um den Faktor 100. Das muss man erst mal schaffen.

Was dieses Beispiel illustriert: In einem vernetzten Informations-Ökosystem sind Faktoren wie ein gut sortierter Twitterfeed (oder ein noch ausgefeilteres Themenmonitoring), Geschwindigkeit, prozessuales Denken und das plattformgerechte Aufbereiten und Ausspielen der darauf basierenden Inhalte viel Wert. Fähigkeiten also, die in traditionellen Redaktionsstuben oft noch nicht so gut verankert sind. Das ist die grosse Chance von Hansi und seinem Team.

Update (4.2.2014): Die Uni St. Gallen hat 2012 einen sehr lesenswerten Artikel zum Thema Netzwerk-Journalismus veröffentlicht, frei verfügbar als pdf.

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To share a story is in part to take ownership of it, especially because you are often able to comment on a story that you are sharing on social media. If you can share a piece of information thats an absolute truth – whether thats how to uninstall apps on your phone, or what the NSA is really doing – you too become a truth teller. And that feels good. Just as good as it does to be the person who has the cutest cat picture on the Internet.

via Viral Journalism and the Valley of Ambiguity.

The past two years were a wild goose chase for answers. I read books, looked at art, listened to my heroes, and sketched out scratchy thoughts of my own to search for any sensible response to a question that had been lodged in my head for months.

What does it mean to natively design for screens?

Allein schon der Einstieg – was für ein grossartiges Essay darüber, welche fundamentalen Gedanken beim Design für Screens eine Rolle spielen!

Hier entlang bitte…

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2013 11 mobile eating the world from Benedict Evans

A high-level view of the scale of mobile, tablets, ecosystems and mobile social and the dynamics that shape them.

Grossartige Präsentation von Benedict Evans, in der man alle Zahlen zur mobilen Revolution kompakt aufbereitet findet.

Hier meine Slides zum Referat. Danke, Marlis Prinzing und Vinzenz Wyss für die Einladung an den JournalismusTag 13.

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Was man im Vorfeld von ihr gehört hatte, liess auf Grosses hoffen. Was sie gestern auf der Kuppelbühne an ihrer Plattentaufe gezeigt hat, stellte die kühnsten Erwartungen in den Schatten. Diese Songs, die vieles von dem in sich tragen, was Pop zur Zeit so spannend macht, entfalten live eine Dringlichkeit, die sie auf eine komplett neue Stufe hebt.

Das wird gross, da bin ich mir sicher. Hier kann man an dieser Zukunft mitbauen.

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«Context Collapse»

By empowering dissenting insiders to break the insider/outsider boundary, digital tools help “collapse the context.” That’s the phrase scholars use to describe how digital infrastructure brings together people, information and ideas that used to survive through an ecology of separation.

Context collapse is why Facebook has become so stressful for teens after their parents signed up. Things that used to be separate are now on the same timeline. There’s Mom telling you to wear a warmer sweater on a comment thread about a party. There’s that uncle with a rant about Obama’s birth certificate.

Context collapse is everywhere. It’s not just teenagers on Facebook whose ordinary adolescent boundary-testing actions are viewed by finger-wagging adults; it’s not just a variety of institutions that have found their internal communications meant for friendly eyes are exposed to the world; it’s not just academics whose scholarly studies are being dug up by various constituencies as fodder for outrage. It’s everywhere.

The outsiders are peeking in and moving in, and they are here to stay.

If, as an institution, keeping your balance relies on outsiders staying outside while you talk in jargon and acronyms with your fellow insiders, it’s time to look for a safety net and a harness. A fall is coming, sooner or later. In this world, “this is what we have always done” is not going to cut it.

via The Real Lesson of NSA: If Your Power Depends on Insiders vs. Outsiders, Time for Plan B.

Grossartiger Text von Zeynep Tufekci.

Nicht nur die archetypischen Listicles von Buzzfeed haben sich in den letzten Monaten viral in meinen Timelines verbreitet, sondern auch Meldungen zu Neugründungen, die in irgendeiner Form das Erfolgsmodell von Jonah Peretti kopieren. Nicht immer hat man dabei das Gefühl, dass die zugrundeliegenden Mechanismen wirklich verinnerlicht wurden. Um das Netz vor dem Ersaufen im falsch verstandenen Boulevard 2.0 zu bewahren, habe ich deshalb die wichtigsten Artikel aller Zeiten zur Strategie und Funktionsweise des Unternehmens zusammengestellt:

1. I Hate Buzzfeed Bildschirmfoto 2013-10-30 um 08.27.11

Key paragraph:

«The end is in sight. There are thousands of imitators out there, and more growing every day. What you produce isn’t art. It’s intellectual fast-food. BuzzFeed makes minds fat.»

 

2. 10 Good Reasons BuzzFeed Is Going To Pay My F#$king Invoice For Copyright Theft [Update: they have]

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Key paragraph:

«It’s almost as though they’ve tried to link back in the most lame-assed way possible, thanks for taking those 4.2 Million views and adding hardly a single one to my own page. At least if you’re going to do it, do it right.»

 

3. Some best-guesses about what BuzzFeed is up to, and why it is in fact about Arianna, a little

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Key paragraph:

«The goal of Buzzfeed is not to make people “bookmark” them in their browser. In some ways, having one’s own website, in the Perettian way of looking, is only important at the level of monetization: The models aren’t quite there yet for monetizing a 100 percent distributed brand. So in the meantime we have a “website.” But the main goal is to rule Facebook, not to rule with its own homepage.»

 

4.Jonah Peretti’s Meme Streak: Making viral happen inside the factory at BuzzFeed.

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Key paragraph:

«A lot of Mr. Peretti’s strategy has to do with appealing to people’s vanity: You want them to feel good about themselves for discovering a thing and proud to be the first one to show it to their friends. That means that some things aren’t “shareable”—sex tapes, nasty stories and celebrity dross, for instance, which Mr. Peretti calls “guilty pleasures.” Those tend to be spread by email and word of mouth, which are much less contagious than social media.»

 

5. Jonah Peretti: What I Read

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Key paragraph:

«Another aspect of modern media consumption is the mashing together of content. With Facebook and Twitter people are sharing all different types of media from humor to cute kittens to Internet memes to serious substantive reporting. BuzzFeed, as a publisher, brings all this together. The argument that cute animal posts dumb down your audience has never made sense to me. I like to think of a smart Frenchman at a cafe reading Le Monde and smoking a pipe. A lot of French cafes have dogs, so he pauses to pet the dog. When he’s petting the dog, he doesn’t get dumb and when he goes back to Le Monde, he doesn’t suddenly get smart. Humans are complex and there are all these different interests that don’t have to be perfectly resolved.»

 

6. BuzzFeed’s strategy

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Key paragraph:

Alles nach

«Why BuzzFeed Is Succeeding Right Now?»

 

7. Memo To The BuzzFeed Team

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Key paragraph:

«Despite the struggles of the traditional media, there remains an insatiable desire for great reporting, entertaining content, and powerful storytelling. Facebook, Twitter, and the other Silicon Valley-based social sites are amazing distribution platforms, but user generated content alone isn’t enough to fill the hole left by the ongoing decline of print newspapers and magazines. The world needs sustainable, profitable, vibrant content companies staffed by dedicated professionals; especially content for people that grew up on the web, whose entertainment and news interests are largely neglected by television and newspapers.»

 

8. Chris Johanesen on design, testing and launching new products at BuzzFeed

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Key paragraph:

«We have a lot more technology than most people realize. BuzzFeed started as a technology company and it’s still in our DNA. We see our technology as giving our reporters and writers superpowers. There are three main roles for our technology: make it easier to create great content, make it easier for content to spread on the web, and make it easier for people to find content they’ll love.»